Im Herbst 2011 hat sich auch hier eine Initiative für „Solidarische Landwirtschaft“ (SoLaWi) gegründet. Unsere Vision ist es, eine Vielfalt an frischen, gesunden Lebensmitteln aus der Region zu beziehen und es gleichzeitig den LandwirtInnen zu ermöglichen, weitestgehend frei von kapitalistischen Zwängen und somit wirklich nachhaltig und bedarfsorientiert zu wirtschaften.

Durch das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft kommen die ErzeugerInnen unserer Nahrungsmittel mit den VerbraucherInnen zusammen. Wir entscheiden basisdemokratisch, was im folgenden Jahr angebaut wird und kalkulieren die Kosten. Die Gruppe der KonsumentInnen steuert, meist im Voraus, die erforderlichen Mittel bei und wird dafür das ganze Jahr über mit Gemüse und anderen Hoferzeugnissen versorgt. Risiken wie Missernten werden in gemeinschaftlicher Verantwortung getragen.

Nicht für den „freien Markt“ also, sondern für einen Kreis von AbnehmerInnen vor Ort wird erzeugt – Überschüsse, wie sie im jetzigen System die Regel sind, werden vermieden – ebenso wie lange Transportwege mit all ihren Implikationen.

Die Solidarische Landbewirtschaftung ist grundsätzlich nicht profitorientiert, sondern kostendeckend. Die ProduzentInnen erhalten eine faire Vergütung und angemessene Wertschätzung ihrer so wichtigen Arbeit.

Dem wachsenden Preisdruck wird durch dieses Konzept ein Riegel vorgeschoben und die Abhängigkeit von Subventionen aufgelöst. Die Bäuerinnen und Bauern sind nicht länger Spielball im globalisierten Weltmarkt. Die Mechanismen des internationalen Preiskampfes, Standortwettbewerbes und angeblicher kapitalistischer Sachzwänge wirken im Prinzip auch im Biobereich und verursachen eine stetig zunehmende Zentralisierung und Industrialisierung in Produktion und Verarbeitung, die immer intransparenter wird.

Der damit zusammenhängende Strukturwandel bringt mit sich, dass LandwirtInnen ihre Flächen vergrößern und sich auf weniger Anbausorten spezialisieren müssen, um zu überleben – nicht selten sind sie gezwungen, sich selbst und/oder die Natur auszubeuten bzw. ausbeuten zu lassen. In der konventionellen Landwirtschaft wird zudem durch Monokulturen und über den Einsatz von umwelt- und gesundheitsschädlichen Agrochemikalien die vom Markt diktierte Produktivitätserhöhung erzielt – wenn nicht sogar zusätzlich mittels gentechnischer Manipulation.

Die gute Nachricht: SoLaWi funktioniert ohne immerwährende Ertragssteigerung.